Nachbarschaftshilfe will ihr Angebot ausbauen – Katharina Günter ist neue Leiterin

„Guckst du noch oder hilfst du schon?“ Heißt der Werbespruch der Nachbarschaftshilfe Spontan. Unter diesem Motto vermittelt die Freiwilligenagentur seit dem Jahr 2000 ehrenamtliche Helfer an Familien, Rentner und Alleinstehende.

 

 

Sarstedt. Wie es im Handzettel von Spontan heißt: „Es gibt viel zu tun“. Sei es bei der Kinderbetreuung, bei Behördengängen, beim Einkaufen oder beim Blumengießen, wenn jemand verreist ist.

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Dieses Konzept versucht die neue Spontan-Leiterin Katharina Günter nun

noch weiter auszubauen.  „Wir leben in einer Gesellschaft, die es nicht für selbstverständlich hält, sich gegenseitig zu helfen“, sagt Günter. Ihre Vorgängerin Ann-Katrin Schellhorn gab die Führung nach sechs Jahren an die Hildesheimerin weiter. Schellhorn ist ehrenamtliche Helferin der ersten Stunde. Obwohl sie die Leitung an Günter weitergegeben hat, will sie sich bei Spontan weiterhin als Freiwillige engagieren. Auf solche Helfer sind die Nachbarschaftshilfe und der Freiwilligendienst angewiesen. Zurzeit sind 56 Ehrenamtliche aktiv: zehn mehr als noch vor sechs Jahren. „Die meisten Freiwilligen sind schon seit vielen Jahren bei uns tätig“, sagt Angela Schulze, die den Freiwilligendienst mit aufgebaut hat. Seit jüngster Zeit wird Spontan von drei Freiwilligen unterstützt.  „Ich habe Bürokräfte gesucht, die mich und Andre Heise beim Telefondienst unterstützen“, sagt Günter. Drei Helfer für die Vermittlung der Freiwilligendienste hat sie gefunden. Am Telefon sind ab jetzt auch Dagmar Kitzmann, Karin Kasten und Karin Brückmann zu hören. „Nun sind wir jeden Tag für Hilfesuchende erreichbar“, sagt Günter. Sie hofft, sich nun endlich um neue soziale Projekte kümmern zu können. Dass sich Spontan auch mit anderen Projekten neben der Nachbarschaftshilfe beschäftigen kann, liegt zum Teil daran, dass einige Aktionen zum Selbstläufer geworden sind. So kann sich die vom Diakonischen Werk und vom Land finanzierte Nachbarschaftshilfe auch anderen Baustellen zuwenden. „Ich finde es nicht schlimm, dass manche Klienten unsere Vermittlungsstelle umgehen und die Helfer direkt kontaktieren. Ist der Kontakt erst einmal Hergestellt, ist unsere Arbeit getan. Es freut mich eher, dass es diese Selbstläufer gibt. Eine von uns vermittelte Helferin hat über zehn Jahre hinweg eine alte Frau bis zu deren Tod gepflegt. Und das ist ja genau das, was wir wollen: Mehr füreinander, miteinander“, sagt Günter über die in jüngster Zeit etwas schleppende Vermittlung. Deshalb sucht sie sich neue Projekte, die zum Ziel haben, etwas für Sarstedt zu tun. Die Leiterin sieht besonders bei der Sprachförderung von Kindern anzubieten“, sagt die 29-jährige. „Natürlich hoffen wir trotzdem, noch viele Menschen zusammenbringen zu können, damit sie einander helfen.“. Um auch untereinander füreinander da zu sein, veranstaltet Spontan für alle freiwilligen Mitarbeiter eine Herbstfeier. Bei Kaffee und Kuchen verabschiedete sich Schellhorn und begrüßte Günter. Auch das neue Telefonteam stellte sich vor. Ebenso hofft Günter auf einen regen Erfahrungsaustausch der Freiwilligen.

Text und Bild: Hannah Kattner / epaper12niedersachsen/Oktober 2013