Nord Süd Gefälle: Rund 600 freiwillige Helfer engagieren sich bei Nachbarschaftshilfen – vor allem im Norden

 

 

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Hildesheim. Rund 600 ehrenamtliche Helfer engagieren sich bereits bei den zwölf Nachbarschaftshilfen, die es derzeit in der Region Hildesheim gibt. Dabei verzeichnet das Netzwerk Nachbarschaftshilfen, das die Aktivität fördert und begleitet, ein deutliches Nord – Süd – Gefälle. Während sich zwischen Sarstedt und Hildesheim jede Menge Bürger engagieren, um andere auf dem Weg der Nachbarschaftshilfe zu unterstützen, gibt es im südlichen Landkreis in dieser Hinsicht noch jede Menge „weißer Flecken“. Sie nennen sich „Nachbarn bei Markus“, „Zeitreich“, „Findus“, oder „Mittendrin“, und sie werden immer dann aktiv,  wenn Menschen in der Umgebung Hilfe brauchen. Wenn eine Rentnerin den Einkauf nicht mehr allein tragen kann, einer jungen Mutter die Zeit fehlt, ihr Kind von der Schule abzuholen, oder eine Witwe jemanden zum Reden braucht. Für all diese Fälle gibt es inzwischen Nachbarschaftshilfen, die sich kostenfrei um hilfsbedürftige Menschen kümmern, die zupacken oder zuhören. „Mit Sarstedt fing alles an“. Erinnerte sich Gisela Sowa vom Netzwerk Nachbarschaftshilfen gestern in der Arneken Galerie. Dort präsentierten sich die zwölf Vereine und Initiativen am Nachmittag an einem gemeinsamen Stand. Zu Beginn schaute auch Landrat Reiner Wegner vorbei – in seinem Haus laufen bei Barbara Benthin viele Fäden des nachbarschaftlichen Engagements zusammen.
Die Nachbarschaftshilfe „Spontan“ aus Sarstedt wurde im Jahr 2000 gegründet. Wie bei einem Schneeball-Effekt seien anschließend weitere hinzugekommen, erzählte Sowa. Gerade hat sie Gespräche mit einer Frau geführt, die eine Nachbarschaftshilfe in Elze gründen will. Dort kümmert sich derzeit eine Projektgruppe um die Details. „Das Charmante an den Nachbarschaftshilfen ist ja, dass sie so unmittelbar funktionieren“, sagt Sowa. Je nachdem, welchen Bedarf es vor Ort gebe, reagierten die Vereine oder Initiativen flexibel. So gebe es keine festen Angebote, sondern lediglich Menschen, die Hilfe benötigen, und solche, die ihnen beistehen. „Unser Ziel ist es, die Nachbarschaftshilfen flächendeckend einzuführen“, sagte Sowa. Bisher dominieren die Vereine und Initiativen zwischen Sarstedt und Hildesheim. Im Süden gibt es lediglich in Bockenem, Gronau und Heinde Nachbarschaftshilfen. Aber auch das soll sich noch ändern: „Die weißen Flecken auf der Landkarte werden immer weniger“, sagt Sowa.
Text: Moras Bild: Moras / Hildesheimer Allgemeine Zeitung /
Freitag 06.12.2013